Uk Garage

Die Vorgeschichte und Entwicklung von Dubstep und Grime ist eng miteinander verwoben und im wesentlichen auf der Geschichte von UK Garage aufgebaut.
UK Garage hatte sich in den frühen 90ern entwickelt, feierte um das Millenium herum in London seinen Höhepunkt und verschied ca. 2004 dann endgültig. In dieser Zeit waren Leute wie u.a. Martin „Liberty“ Larner, Pied Piper, Mj Cole, Wookie, Norris Windross, Mc Creed, Dj Ez, Matt Jam Lamont und Masterstepz gross in der Szene, es gab viele Raves wie Suncity, Garage Delight, Garage Fever, Twice as Nice und LA Cosa Nostra. Die Szene war pusierend und vital, bereit den grossen Sprung in den Mainstream zu machen.

Beef


Dann fiel das Spotlicht immer mehr auf die MCs die Beats wurden härter, Crews wie So Solid, Pay As U Go, More Fire und Heartless Crew tauchten auf, hatten grosse Auftritte und wurden heftig abgefeiert in der Garage Szene. An diesen Events wurden mehr am Bass orientierte, gebrochene, minimale Sachen gespielt und weniger der damals typische vocal-lastige 4x4 Champagne Garage. Auch die Zusammensetzung der Szene veränderte sich vor allem im Osten Londons.. immer mehr Jungs mit wenig Geld in den Taschen kamen, angezogen durch die MCs und dem raueren Sound Style an diesen Raves und liessen die Artisten auch lauthals wissen das es ihnen gefiel.
Durch diese Interaktion mit dem Publikum entstand eine Spirale die sich selber hochschraubte: die MCs mit den härtesten Catchphrasen bekamen die meisten Rewind’s, die Lyrics wurden immer härter, die Vibes mehr „aggy“ (nervenaufreibend, aggressiv). Aber auch eine andere Spirale setzte sich dadurch in Gang: weil die steife Brise den Girls ihre getylte Fisur zerzauste kamen sie öfters seltener an diese Raves, was handkehrum die "zahlende Kundschaft" vertrieb.So Solid Stage


Als es im Umfeld auch noch wiederholt Messerstechereien und Schiessereien kam und es immer häufiger Schwerverletzte und Tote gab, waren die Schuldigen schnell gefunden: „es sind die MCs und deren gewaltverherrlichende Texte“ wie der damalige Kulturminister von Grossbritannien Kim Howells öffentlich selbst bekanntgab. Die darauffolgende Reaktion liess nicht lange auf sich warten: UK Garage wurde zuerst aus den Clubs des Londoner West End verbannt; schliesslich wollte niemand mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam machen, dann folgten viele Clubs diesem Beispiel in ganz England.
Der Grund für die grosse Welle an MCs im Uk Garage lag sicherlich zum einen daran, das Hip Hop heutzutage zur Allgemeinkultur gehört, zum anderen das das "spitting" einfach billiger war als das "djing". Jeder der motiviert war und ev. mit einer Lauten Stimme und einem Sinn für Reime gesegnet, konnte so direkt an der Bewegung teilhaben. Viele dieser MCs kommen aus den etwas „raueren“ Gegenden von London, wo sie Gewalt täglich vor Augen haben und diese Gewalt wird in den Texten auch konkret thematisiert. Das kann aber sicherlich nicht so platt als der Hauptgrund für die Welle an Gewalt herangezogen werden.



Gewalt in den Texten kommt bei vielen anderen Musikstilen ebenso vor wie z.B. Hip Hop oder Dancehall usw. und auch da gibt auch im Umfeld schwere Gewalttaten. Der bemerkenswerte Unterschied ist, das die Garage-MCs die Aufmerksamkeit mehr auf ihr Umfeld ihr „End“ (engl. Quartier) lenken keine Erwähnung finden.
Steigende Kriminalitätsraten einer schwachen Minderheitenszene in die Schuhe zu schieben ist natürlich einfacher, als fehlgeleitete Sozialpolitik dafür verantwortlich zu machen. So muss man sich den Problemen nicht annehmen sondern sie werden einfach bequem unter den Teppich gekehrt.
banksy again
banksy again
Ein anderes wichtiges Argument ist sicher das diese Szenen um einiges grösser sind, mehr und auch gemischteres Publikum anziehen, also ein wirtschaftlich starker Faktor sind an dem viele mitverdienen.

A New Step


Lange wurde die Bezeichnung UK Garage oder 2 Step für alle Spielarten dieser Musik gebraucht, man konnte diesen Proto- Dubstep und Grime zwar an regulären Garage Partys nicht auflegen und wenn man selber eine Veranstaltung mit diesem Sound organisierte, wusste man nicht genau wie man sie bezeichnen sollte, aber gleichzeitig war man sich bewusst dass es etwas Neues war und es einfach noch keinen Namen (oder zumindest einen der sich bis dahin durchgesetzt hatte) dafür gab und man Anteil an etwas hatte das sich voll in der Entwicklung befand. Solange sich die Öffentlichkeit nicht dafür interessierte war das Feeling fast mystisch, was man natürlich mit jeder Sekunde genoss, da es ja nicht ewig so bleiben würde.



Informatives über die Musik auf dem Web war zu dieser Zeit äusserst rar (man konnte wirklich stundenlang suchen)... das weltweite grosse Nichts.. ein Artikel hier und da... Mitte 2000 schaltete Hyperdub das ein grosses Interview mit Wiley auf der Website hatte auf, sechs Monate später Dubplate.net von Ammunition Promotions auf dem man sich Dubplates anhören konnte. Weiter die Webseiten von Ukmusic.com auf dem es ein Forum gab und die Blogs vonBlackdown und Chantelle Fiddy. Es war wirklich nicht viel aber etwas später ging RinseFm online, das eine Sektion mit einigen Mixes -und das beste Forum mit den aktuellsten Infos hatte und auch das RWD Grime Forum.



Grosse Bedeutung bei der Verbreitung dieses Sounds hatten die Piratenradios von London wie zum Beispiel: Deja Vu, Freeze, ChoiceFm und ganz besonders Rinse. Sein gesamter Content bestand praktisch nur aus Grime und Dubstep und es hatte zwar eine Website, konnte aber nur on Air in London selber empfangen werden (und auch da nicht überall und meist mit starken Hintergrundrauschen) und natürlich auch Barefiles das unendlich viele Sendungen online stellte und sie so dadurch auch erstmals Weltweit hör und abrufbar machte.



FWD>>Eine wichtige Rolle kam auch FWD>> zu, die erste Party Serie die seit Juli 2001 diesem Untergroundsound von dark Garage/Proto-Dubstep, Breakbeat Garage and Proto-Grime gewidmet war. Der Anlass wurde von Sarah Soulja, die auch Ammunition Promotions und Tempa, Soulja, Road, Vehicle, Texture, und Bingo mitbegründet hat und die diesen Sound full power promotet hat als es noch niemanden interessierte und keineswegs absehbar war das sich das Phänomen zu einem Globalen Trend entwickeln würde. Das war die Wiege der damaligen äusserst kleinen Szene und da hat sich die Musik auch entfalten und entwickeln können. Die DJs dort haben den anfänglich sogenannten "Forward Sound" kreiert, der sich später dann schliesslich in Grime, Dubstep, Sublow, Eskibeat, und 8 Bar oder wasauchimmer aufgespalten hat.
Anfangs fand es immer Donnerstags in den Velvet Rooms in Soho statt, wechselte dann ins Plasticpeople in Shoreditch, London auf den Freitag und war auch schon im End zu Gast. Jetzt hat es mittlerweile wieder auf den Sonntag gewechselt .

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