| Grime |
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Grime ist eine Musikrichtung die sich vorwiegend in Ost London in Quartieren wie Bow E3 entwickelt hat. Der Sound ist MC dominiert, sehr Rau, ungeschliffen und ungefiltert – einfach direkt in die Fresse. Rise UpDer Name Grime wurde verschiedenen Aussagen zufolge von der Uk Garage Szene (Ez und Matt Jam Lamont) für diese Art von Musik verwendet und das meist in diskriminierendem Sinne weil der immer schneller und aggressiver werdende Sound mit dem immer langsamer und zäher werdenden Bass die (zahlende) Kundschaft von den Partys vertrieb. Später wurde Grime (unter mehr oder weniger heftigem Protest von z.b Wiley: Wotdoyoucallit) als Bezeichnung von Musikjournalisten endgültig gefestigt. Das Fundament von Grime ist eine isolierte Unterschicht der Londoner Gesellschaft, welche ärmer ist, viel zorniger, bewaffnet und mehr Ignoriert denn je zuvor. Für diese Generation reflektiert die Unbekümmertheit von Uk Garage und 2-Step nicht die Welt in der sie leben.Ein sehr wichtiger Grund warum Grime zum Leben erwachte waren die MC’s. Sie wollten nicht mehr einfach die Sideshow sein, die jüngeren waren satt vom dibby dibby und fava for the Raver, sie wollten schreiben, sie wollten richtig rappen und für das brauchten sie eine Musik auf die sie aufbauen konnten. Aber der eigentliche Grund war vielmehr das Kriminalität, Gewalt und Gefängnis einen entscheidenden Einfluss auf das Leben so vieler hatten, gekoppelt mit der Tatsache das Grime diesem Teil der Gesellschaft eine Stimme gab die in England vorher so noch nie gehört worden war. Britischer Reggae, Jungle etc. kamen auch aus den Vorbezirken, aber die kriminellen Elemente der Hörerschaft wurden verurteilt nicht zelebriert. Darum war es auch ein so grosser Schock Wiley oder Riko auf Rinse FM zu hören. Sie redeten ohne sich zu rechtfertigen aus der Perspektive des Kriminellen, über bewaffnete Raubüberfälle und ähnliches und das war eine krasse Verschiebung der Gewichtung. The BeginningNach der endgültigen Abspaltung von UK Garage und 2-Step herrschte rege Aufbruchstimmung in der Szene und neue Crews begannen sich zu formieren. Roll Deep, Ruff Sqwad, Nasty Boys, Fire Camp, Black Ops, Renegade Boys, Meridian (später Boy Better Know) Slew Dem, Essentials, Aftershock, und SKL entstanden, Leute wie Slimzee und Cameo auf BBC1Xtra, Logan Sama auf KissFm, Plastician und Geneeus spielten Dubplates auf Rinse FM die Frequenzen auf dem Äther liefen heiss, die Piratenradios sendeten die neuen Vibes ungebrochen und die MC's waren überall.. alles war möglich. What the f**k happened?Die Clubs weigerten sich Grime zu promoten wegen der angeblichen und tatsächlichen Gewalt. Schwierig war es vor allem, weil sich die Medien schon auf den negativen Hype eingeschossen hatten und dadurch die massiven Vorurteile verbunden mit Restriktionen und Repressionen das Wachstum der Szene massiv beeinträchtigt haben. Bei der Entwicklung von Grime hat der quasi Ausschluss aus der UK Garage Clubszene sicherlich mit dazu beigetragen das sich der Sound zumindest auf den Radios ungehindert entfalten konnte, ohne den Druck sich dauernd auf dem Dancefloor zu beweisen und für volle Kassen bei den Clubs sorgen zu müssen (was den Ausdruck playitsavepromoter geprägt hat), das hat aber andererseits den Sound gleichzeitig experimenteller und so auch (leider) weniger eingängig d.h. „untanzbar“ oder charttauglich gemacht.Die spätere Verbannung an machen Piratenradios ca. um 2003-04- es hiess dann z.B.: „du kannst spielen was du willst: Urban, Hip Hop, House, Drum und Bass, Dancehall.. aber keinen Grime!“) war dann nur ein weiterer Schritt der fast zur kompletten Stagnation der noch sehr jungen Szene führte. Proper good Urban (No Grime!)Das war natürlich extrem entmutigend für die vielen Artisten die ihre Chance dem Elend, ihrer Ausweg- und Bedeutungslosigkeit, dem ganzen "Grime" zu entfliehen in einer Musikkarriere und einem Plattenvertrag sahen. Ihre Hoffnungen Illusionen und der ganze Frust waren in diesen Sound gepackt, was diesem diese ungeheure Power und die eigentliche Bedeutung gab. Der ständige und sowieso harte Kampf wurde durch die vielen Restriktionen noch heftiger und unerbittlicher, führte auch zu immer mehr Spannungen und Streitereien innerhalb der Szene, mussten sie doch ständig auf die Street Credibility achten und wollten trotzdem Erfolg im sog. Mainstream haben. Einige Artisten haben sich daraufhin auch von der Grime Szene distanziert aus diesem Mangel an Erfolg und wohl auch aus Prestigegründen. Get Along Gang_WileyEin weiterer wichtiger Punkt bei der Entwicklung der Musik war auch deren Vermarktung. Wegen dem „Clubverbot“ sank natürlich auch das Interesse des Tanz- Publikums, Grime verschwand aus der Sicht der Durchschnitts-Clubbesucher, es wurden praktisch keine 12“ Maxis mehr verkauft was im Zusammenhang mit den Distributoren zu sehen ist die um diese Zeit zuhauf eingegangen sind weil niemand mehr für die Musik bezahlen will und weil jeder immer das Neueste und Exklusivste haben muss. So werden leider auch neue und unveröffentlichte Tracks von den „unbekannten" Künstlern die ev. sehr auf das Geld angewiesen wären- einfach gedownloaded- und sehr schnell wieder der nächste und neuste Gratis Track verlangt (fastfoodmentality), und so den Artisten fast zwingt dauernd etwas neues auf den Markt werfen was die stilistische Entwicklung (qualitativ wie Quantitativ) beinflusst- und zum anderen das Format der Musik; es werden eher noch Cd’s produziert und verkauft die es zumindest „Wert“ sind (mehr Musik fürs Geld tiefere Produktionskosten=höherer Gewinn) da ist dann aber auch eine andere Art von Stil darauf zu hören, denn die Käufer sind nicht mehr Dj’s, sondern Fans die den Sound Zuhause und auf der Strasse hören wollen und nicht im Club. Kontraproduktiv waren die ständigen Grabenkämpfe zwischen der Dubstep und der Grime Szene; die einen wurden als ungebildete asoziale Messerstecher und Gewaltverbrecher beschumpfen und die anderen als weisse Rich-Upperclass-Kids die wieder einmal die Idee von der Black Community gestohlen, ihr die Zähne gezogen und sie ohne sozialkritische Komponente, Club- Chart- und somit natürlich Massen-tauglich für die wiederum vorwiegend besser gestellte Weisse Fangemeinde gemacht haben. High Tech Dubstep gegen Low End Grime = ein Ausdruck typischer Klassen- und Rassen-Unterschiede!? Grime is DeadDa gibt es doch den vorherrschenden Glauben unter Musikjournalisten das Grime 2003- 04 auf dem Höhepunkt und danach schon voll ausgebrannt war, nur noch Dizzee Rascal, Lethal Bizzle und Kano blieben übrig. Es ist kein Zufall das es dieselben Journalisten waren die aufgehört haben Grime zu beachten als die Indie Labels keine Press Releases mehr gemacht haben. Das fehlende Interesse von Seiten der Indie- Labels hat aber auch eine positive Seite: das heisst das es auch keinen fixen Blueprint zum Erfolg gibt, was der Musik wiederum geholfen hat sich enorm zu entwickeln. Grime hat eine wirklich grosse Bandbreite die immer wieder für Überraschungen gut ist: von Lady NY’s gefühlvollen Harmonien, Tempa T’s Blitzkrieg- Energie, bis hin zu Durrty Good’z umwerfenden lyrischen Fertigkeiten.. es hat für jeden etwas dabei. Zu sagen Grime ist ein stilistisches Dead End beweist nur dass man nicht am Puls der Zeit ist. Weder bei Grime noch bei irgendeiner anderen Form von Untergrundkunst kann man erwarten von der Presse genau Informiert zu werden, wenn man wissen will wie’s um den Zustand von Grime steht fragt man die Macher oder die Fans, das Wissen von den Journalisten ist immer Secondhand oder unbeteiligt. Der Journalist ist ein Zuschauer und ein unqualifizierter Kommentator. Man kann die Zeitung auf jeden Fall lesen wenn man etwas über Business, Finanzen, Politik, Immobilien usw. erfahren will, aber wenn es um Street Style geht ist die Strasse auch der Ort des Geschehens oder man kann online auf Foren oder auf einschlägigen Blogs schauen oder man geht einfach Tanzen. Während die Mass Music Media die neuen Entwicklungen ignorierten und sich lieber auf etwas leichteres konzentrierten zb. Elektroclash (Stars Songs Europäer) und Bastardpop (Stars, Songs, und ein bisschen Kontroverse) war es in London schon Heftig am brodeln.. Grime hat den Peak noch lange nicht erreicht. Ungeachtet dem Fehlen von Unterstützung seitens der Majorlabels (was nur gut sein kann, im Hinblick darauf das sie die Szene meistens nur vergewaltigen, plündern, ausnutzten und danach einfach nicht mehr beachten), ist sie so lebendig wie nie. Es ist nicht ungewöhnlich das selbst veröffentlichte „Mixtapes“ (das sind Cd’s) 5000 und mehr mal verkauft werden ohne Werbebudget und ohne Distribution. Wileys Album auf Big Dada hat die 20,000 Marke durchbrochen, was den anderen Independent Labels zeigt wie es gemacht wird und den Leuten aus der Szene selber wieder Mut macht weiterzumachen.Logan Samas aktuelle Hörer betragen ca 60,000 und das nur auf FM, dazu kommt noch das DAB und das Internet, wo die Zahlen wohl noch um einiges höher liegen...Shh shh, ja Grime geht es hervorragend und Bassline (es ist sozusagen Grime im Norden) entwickelt sich auch wundervoll, aber diesmal verraten wir es nicht oder?! Es gibt auch in Zukunft noch viel interessantes aus London zu höhren.. ganz sicher! Der Nachwuchs ist schon in den Startlöchern, sie heissen Chipmunk, Griminal, Dot Rotten, Little Dee, Maniac und Brutal, sie sind hungrig und motiviert.. I Got My Head Screwed on_Y.D.O.TRelated:Home |
Das Fundament von Grime ist eine isolierte Unterschicht der Londoner Gesellschaft, welche ärmer ist, viel zorniger, bewaffnet und mehr Ignoriert denn je zuvor. Für diese Generation reflektiert die Unbekümmertheit von Uk Garage und 2-Step nicht die Welt in der sie leben.
Aber der eigentliche Grund war vielmehr das Kriminalität, Gewalt und Gefängnis einen entscheidenden Einfluss auf das Leben so vieler hatten, gekoppelt mit der Tatsache das Grime diesem Teil der Gesellschaft eine Stimme gab die in England vorher so noch nie gehört worden war.
Bei der Entwicklung von Grime hat der quasi Ausschluss aus der UK Garage Clubszene sicherlich mit dazu beigetragen das sich der Sound zumindest auf den Radios ungehindert entfalten konnte, ohne den Druck sich dauernd auf dem Dancefloor zu beweisen und für volle Kassen bei den Clubs sorgen zu müssen (was den Ausdruck playitsavepromoter geprägt hat), das hat aber andererseits den Sound gleichzeitig experimenteller und so auch (leider) weniger eingängig d.h. „untanzbar“ oder charttauglich gemacht.
Grime hat den Peak noch lange nicht erreicht. Ungeachtet dem Fehlen von Unterstützung seitens der Majorlabels (was nur gut sein kann, im Hinblick darauf das sie die Szene meistens nur vergewaltigen, plündern, ausnutzten und danach einfach nicht mehr beachten), ist sie so lebendig wie nie. Es ist nicht ungewöhnlich das selbst veröffentlichte „Mixtapes“ (das sind Cd’s) 5000 und mehr mal verkauft werden ohne Werbebudget und ohne Distribution. Wileys Album auf Big Dada hat die 20,000 Marke durchbrochen, was den anderen Independent Labels zeigt wie es gemacht wird und den Leuten aus der Szene selber wieder Mut macht weiterzumachen.