| Dubstep/Grime Schweiz |
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Dubstep / Grime in der Schweiz / Swiss KickbackDie Schweiz ist ein feines Land. Warum auch in Gottes Namen versuchen Dissonanzen in dieses kleine Paradies mit festgelegter Sitzordnung bringen? Fuck it! Lieber einen Anfang mit Schmerz als Indifferenz ohne Ende. Kein leichtes Musik dort zu promoten wo "Play it Safe" das Motto der Avantgarde zu sein scheint. Zum Glück gibt es aber hier wie auch anderswo, Menschen die offen und bereit sind, gegen den herrschenden Konsens eine eigene Meinung zu vertreten und anderen moralische Unterstützung zu geben ohne dass sie gleich beklatscht werden müssen. Da man nicht schon Teil einer bestehenden festen Struktur war, machte die Mission etwas "Neues" bringen zu wollen auch nicht einfacher. Es gab keinen Ansatzpunkt und keine Plattform aus derer Sicherheit man hätte agieren können. So blieb eine fundierte Unterstützung aus, was zu erwarten war, da dieser Sound zu der Zeit noch in keinster Weise Popularität erlangt hatte. Es war weder hipp noch möglich dadurch besseren sozialen Status erlangen, nicht mal die Angehörigkeit zu einer Gruppe konnte man signalisieren und von Geld ganz zu schweigen. D.h. Bookings waren vor 2002 in der Schweiz äusserst rar, praktisch nicht vorhanden. Auf solche Anfragen gab es meist nicht mal ein müdes Lächeln und wenn man mal einen Gig hatte, wurde dieser ev. noch kurzfristig vorher abgesagt, oder die spärliche "Gage" wurde nicht ausbezahlt. Erstaunlich war auch- an "alternativen" Orten wurde man ausgepfiffen, beschumpfen und ausgebuht. Etwas anders war die Lage in London wo Grime Raves eine Zeitlang sogar verboten wurden. Ganz so drastisch war es hier allerdings nicht. An einen krassen Kommentar über Dubstep / Grime erinnere ich mich aber trotzdem... da rief doch wirklich einer, selber Dj/Musikstudent: „Das ist keine Musik!!“ Heisst DIY Partys- und wenn man von einem mutigen sic! Organisator doch gebucht wurde, dann unter dem Label von Nu Skool Breaks, Elektro, House, Elektrohouse, House Breaks, Whatever Breaks oder im besten Fall UK Garage und 2 Step. ...Doch sobald man am Auflegen war- Unverständnis weit und breit- stop-halt und unmittelbare Kritik, „das ist aber kein Elektro, kein Breakbeat, kein House" usw. Ein Fall für das Musikbeschwerdebüro.One a them onesSchwierig, aber manchmal auch zum Lachen komisch war, dass man diesen Underground Sound da er ja vollkommen unbekannt war, den vielen Leuten, die noch nie an einer solchen Party waren trotzdem irgendwie begeistern wollte, immer wieder eine Beschreibung liefern sollte...- "ja... äh... es hört sich an wie eine Mischung aus......", "kennst Du 2 Step?“ "??" - "kennst Du Uk Garage?" - "was?" - "...hmm..... dass ist doch das, was fast wie House tönt.."- "Dub?" "hä", "Reggae?" usw. eine immer wiederkehrende und irgendwie manchmal auch total verfahrene Situation. Das führte schlussendlich dazu, dass im Frühling 2001 von Blade das Label Breakhowyoulikeit gegründet wurde. So wurde den ewigen Spekulationen der Wind aus den Segeln genommen und gleichzeitig die Ketten der Musikalischen Beschränkung zumindest vordergründig gesprengt. Nur Sonic Kosmetik denn, im Bezug auf diesen Sound war in den Köpfen der "Kreativen" immer noch kalter Krieg. Man wurde sogar von UK Garage, Minimal Techno und anderen "Dj Kollegen" gedisst und als unmusikalisch verhöhnt. (ev. die selben, die jetzt behaupten SIE hätten den Sound ja schon immer geil gefunden). Kurz, das Interesse an Dubstep und Grime war zu dieser Zeit zumindest in der Schweiz inexistent, was hiess langsames dahindümpeln im Nebenstrom der Musik Kultur. Das änderte sich erst als 2004 Dizzie Rascal, The Streets, Cameo und D Double E in die Schweiz kamen und die hiesigen Print-Medien, die NZZ (als erste), der Tagi und auch die Gratiszeitungen wie 20 Minuten und Heute einige Kurzberichte über den neuen Sound aus London abdruckten. Das war schon ein erstes Zeichen dafür, das einige Journalisten die frische Brise spürten und die Sache ernst zu nehmen begannen. Von da an konnte man die eine oder andere Erwähnung in den lokalen Blättern finden. Aber erst nachdem die grossen international renommierten Musikmagazine wie (NME, Spex, DE:BUG usw.) längere Artikel darüber publizierten, raschelte es so richtig im Blätterwald und Dubstep und Grime wurde einer breiteren Masse innerhalb wie ausserhalb der Musikszene ein Begriff und als neue Stilrichtung akzeptiert und etabliert. Somit war dann auch klar, von von was man redete wenn man "diesen krassen Basssound" meinte. Also konnte man auch das etwas lang geratene Breakhowyoulikeit über Bord werfen und einen anderen Namen wählen der diesem Sound gerechter wurde. Die Zeit war reif für NXTLVL. It’s getting seriousNachdem das erste Eis gebrochen war, wurde es etwas einfacher; zumindest kannten die Leute einen oder zwei Artisten beim Namen, die Musik hatte eine offizielle Bezeichnung (Kästchen), man konnte auf die Presse verweisen und es hatte auch immer mehr Informationen im Netz, worauf man zurückgreifen konnte.. verschiedene kleine und meist illegale Events (immer noch keine Einladung) folgten... die einzig grösseren bei dem ein Uk Act eingeladen werden konnte, fand dann aber erst wieder im Frühling 2006 in der Kalkbreite und Cafe Mokka statt. Youngsta gab sein Debut in der Schweiz in Thun und Zürich, unterstützt von Blade und Surprize Guest cut the Weazle was einen ersten Erfolg für Dubstep/Grime hierzulande darstellte. Die Möglichkeit Dubstep und Grime sonst regelmässig zu spielen bestand zu dieser Zeit nur auf dem NetRadio Audioasyl, wo Andalus Liniger es möglich gemacht hat, das jeden Freitag WiLDStYLE einen Slot bekam, was auch lange Zeit rege genutzt wurde. Aber wie der Name schon sagt, war es nicht eine DubstepShow, sondern eher experimentell angelegt. Einer der ersten wirklich grossen Supporter in Sachen WYHIWYG (What you hear is what you get) DubstepEvents hier in Zürich war Patric Kaufmann, der Ende 2003 von DJ Blade auf den Sound aufmerksam geworden war als er bei ihm im Studio war und da einige Tracks hörte die ihn sofort begeisterten. Sobald sich die Gelegenheit bot den Sound zu promoten, wurde das gemacht. Anfangs noch an verschiedenen Orten und Events in der Stadt Zürich, nach langem hin und her dann aber endlich an einem festen Ort. Dock18Unterstützt vom ANORG Team startete Blade im Herbst 2006 in der Underground Location für Medienkulturen Dock18 an der Grubenstrasse 18 in Zürich die erste Serie in Sachen Dubstep Schweiz. Sie wurde zwar noch nicht grossartig beachtet was wahrscheinlich für Zürcher Clubgängerverhältnisse auch mit der etwas exponierten Lage im zusammenhang stand. Dann und wann verirrten sich trotzdem ein paar Leute dorthin, die offen und interessiert waren- bereit etwas Neues kennenzulernen und am Prozess der Werdung teilzuhaben. Dadurch, dass es die Chance gab, das Ganze mehr oder weniger regelmässig (verschiedene Prozesse mit den Nachbarn und Beschwerden erschwerten die Sache ziemlich) über einen längeren Zeitrahmen durchzuziehen, bekamen viele Djs eine Chance in der Zwinglistadt aufzutreten: Blade (zh), Riddlah (bs), Unfinished (be), Deadbybeats (lu), Faust (biel), Kolt (fr), Slass (fr), Broods (vd) haben aufgelegt, C4TR (zh) und MC Operation (zh) (MC Staga) gehostet und auch Internationale Acts wie Hatcha, Crazy D und N-Type haben dort ihr Debut gegeben. Fast immer mit dabei war BBK der visuelle und auch mentale Unterstützung für die kleine Zürcher Dubstep / Grime Community lieferte. Die Stimmung an den Partys war wirklich familiär, der Eintritt frei und die einzelnen Anlässe wurden zwar einmal pro Monat- aber unter verschiedenen Namen abgehalten was zum Konzept gehörte (antizyklisch zum Labelizm), da man so ev. mehr Kreativität freisetzten konnte.. man musste ja noch nicht wirklich auf die "Linie" achten. Mark Lamosch der schon Mitte 2004 die ersten Dubstep und Grime Gigs in Basel u.a. in der mittlerweile geschlossenen Carambar, im Wagenmeister im Gare du Nord und auch auf Radio X organisiert hat war ein Wegbereiter für diesen Sound in Basel. Auch im Nordstern wo er mit MC Purple (UK) und Blade (die viel zu spät ankamen, wegen einem unabsichtlichen U Turn über den Deutschen Zoll mit etwas Gras und einem Baseball Schläger in einem fremden Wagen), das Debut für Dubstep und Grime gemacht hat. Auch später an den folgenden grösseren Dubstep Events in Basel auf dem Schiff mit den Londonern Hatcha, Crazy D und auch N-Type war er mit-involviert. Es waren die ersten Versuche Dubstep nach Basel zu bringen, die noch etwas harzig verliefen und doch schien das Interesse der Basler für den tiefen Bass geweckt zu sein. In Bern der war der erste Club der regelmässige Dubstep/Grime Events machte das ISC vor allem dank Beni Lehman. Er hat dort Partys mit Jme, Skepta, Maximum, Mala,Sgt Pokes und Blade organisiert die meist recht gut besucht waren. Auch im Dachstock in der berühmten Reitschule DEM Kulturzentrum von Bern war es mittlerweile möglich etwas zu machen.. dank Sabine! Sonst gabs noch das Mokka in Thun wo Mc Anliker dem Sound eine Chance gab. Dank der Unterstützung von Leuten wie diesen bekam diese Musik eine Plattform und Chance ohne vorsätzlich gewinn- oder prestige- orientiert sein zu müssen und fernab von irgendwelchem Szenigetue, ...es hatte Platz für Kreativität, Luft zum atmen, Wasser oder Bier und Bass. New Era2007 fingen die Jungs von Unreleased Kollektiv (Kolt, Broods, Slass) das Fri-son einmal pro Monat immer Donnerstags, Fribourg an zu rocken. Auch einige Specials an Wochenenden mit BunZer0 aus Brüssel, Orson aus Düsseldorf und IZC aus Wien waren möglich und werden auch weiterhin gemacht... Die Fribourger Musikliebhaber scheinen dankbar zu sein dass der Bass die Wände ab und zu mal etws erzittern lässt. Das war die erste Bestätigung, dass die Musik im Welschland Fuss fassen würde. In Genf wo das alternative Kulturzentrum Usine im le Zoo die Upfront Dubstep Sound Nächte (organisiert von Schnautzi) regelmässig mit Grossem Erfolg und fettem Line up macht geht’s voll ab. Da haben schon UK Acts gespielt wie: Skream, Benga, Mala, Stg. Pokes, Loefah, Hatcha, Youngsta, Kode 9, Spaceape, Caspa, Rusko, Quest und Silkie usw. Genf ist eindeutig die Hauptstadt des Dubstep in der Schweiz, irgendwie hats wohl was mit der Offenheit für Neues und der Toleranz der Genfer zu tun, vielleicht auch mit der Fähigkeit der Usine sehr heterogene Gruppen anzuziehen. Der Bass rollt jedenfalls zurzeit krass und man wird wohl noch einiges mehr zu hören kriegen, aus der total unprüden Calvin Stadt. Auch in Biel ist die Radiodadio Crew : Kid Lion, Faust, Galzu, Kool Kat, Dada, Zenit und Bang LA Desh in und um die Coupole -dem wirklich legendären runden autonomen Kulturzentrum, wo schon viele Grössen der Musik einen Auftritt hatten- und die man da auch für wenig Geld sehen und hören kann- mit grossem Elan und Nachdruck, seit einiger Zeit drauf und dran dem lokalen Kolorit einen neuen Ton zu verpassen.. Sie organisieren Events oder besser gesagt: Rocken Partys!, designen koole Flyers, machen Bookings für Rusko und Trenody, auch Hatcha und Crazy D waren schon in Biel! (special thanks to Beat.) Als Tonangeber im Subsonischen Bereich haben sie natürlich auch ein fettes selbstgebautes hauseigenes Soundsystem, das Tribute Soundsystem: (das konstant ausgebaut wird...damit kann man die deepen vibes und tiefen Frequenzen auch wirklich gebührend verbreiten! Another oneMittlerweile sind auch hierzulande viele auf den Dubstep-Zug aufgesprungen. In der ganzen Schweiz gibt es Dubstep und Grime Partys, Djs aus den verschiedensten Grenes bauen Dubstep in ihre Sets ein. Man kann den Sound immer öfters in Bars, Clubs und selbst im Lokal- Radio hören. Aus allen Ecken der Musik haben die Leute angefangen sich für diesen BassSound zu begeistern und ihn zu assimilieren. Die DJ's, MC's und Produzenten lassen die lokalen Einflüsse miteinfliessen, wodurch verschiedene Szenen angesprochen werden und das Publikum immer grösser und breiter wird. Die Sounds und Namen der Artisten bekommen für Clubgänger und Nichtclubgänger einen vertrauten Klang und Dubstep wird so schliesslich zu einem festen bestandteil der lokalen Kultur. Die Kehrseite: Sobald FamenMoney im Spiel sind, will auch der hinterste und letzte profitieren, das resultiert in einer zeitgleichen Beliebigkeit formaler Anpassung. Typisch, für eine Gesellschaft wo Untergrundkultur schneller kommerzialisiert- als Slowfood verkauft wird. Wo Kunst und Kultur im Fastfoodtempo konsumiert wird- gegessen und vergessen. Natürlich gibt es dazu auch einen Gegentrend der von Kontinuität bis zur Sturheit reicht und von Spezialisierung bis hin zur Fachidiotie geht. "Underground" ist Selbstzweck und gleichzeitiges Verkaufsargument. Leider geht dadurch die Originalität verloren und damit auch die Chance zur Weiterentwicklung der Kultur. Original heisst Ursprung auch Echtheit/Authentisch, unverfälscht/unverlogen/unverbogen eine Wirklichkeit, einen Ursprung, eine Geschichte: Das Leben. Das zu zelebrieren wird meist gerne vernachlässigt, denn so kann man die (eigene) Endlichkeit ausblenden und so eigene Allmachtfantasien einblenden. Warum nur sind alle immer so erpicht auf ein gleichgeschaltetes Erlebnisspark-Ereignis, dass mit dem Verfallsdatum auch gleich den Entsorgungsplan beinhaltet? Es gibt gute Radio Shows mit Dubstep Sound Steppas Choice und Radiodadio und auch einige wenige haben angefangen zu produzieren: Broods aus Lausanne Unfinished aus Bern, Toy aus Zürich, Faust und Koolkat aus Biel und auch andere... von denen man hoffentlich bald noch hören wird. Oscar Bait 2008 To be continued... like Hatcha says: "keep Dubsteppin!!" Kode9_Kromestar_mix_by_Blade Related:Home |
...Doch sobald man am Auflegen war- Unverständnis weit und breit- stop-halt und unmittelbare Kritik, „das ist aber kein Elektro, kein Breakbeat, kein House" usw. Ein Fall für das Musikbeschwerdebüro.